Einer der wichtigsten Punkte bei einer Neugründung sind Versicherungen. Doch welche sind Pflicht und welche freiwilligen sind Sinnvoll? Diese Auflistung ist aus Sicht einer Einzelfirma aufgebaut. Für AG und GmbH gelten teilweise andere/weitere Pflichten.
Pflicht (Alle)
AHV/IV
Die AHV ist Pflicht (für Einzelunternehmer erst ab 2000 Franken Umsatz/Jahr). Diese muss bei der zuständigen Behörde beantragt werden (Ausgleichskasse/Sozialversicherungen). Die Behörde prüft dann, ob du selbstständig abrechnest und wenn das zutrifft, bekommst du Quartalsweise eine Abrechnung. Je nach Kanton kann diese auf einer Plattform abgerechnet werden. Falls du Mitarbeiter einstellst, musst du sie ebenfalls bei der AHV/IV anmelden und dort abrechnen.
Da Inhaber von AG’s & GmbH’s auch gleichzeitig ihre eigenen Angestellten sind, sind für sie alle Versicherungen obligatorisch (AHV/IV, Krankentaggeld, Pensionskasse, Arbeitslosenbeiträge etc.)
In diesem Artikel vom KMU Portal gibt es genauere Informationen zum Thema Versicherungen (externer Link)
Freiwillig (aus Sicht Einzelfirma)
Rechtsschutz
Würde ich empfehlen. Die Prämien sind überschaubar und man ist abgesichert und bekommt Hilfe falls eine Klage eingereicht wird.
Haftpflicht
Wird benötigt, wenn man nicht von Zuhause aus arbeitet. Wenn du von Zuhause aus arbeitest, hast du in der Regel bereits eine Haftpflicht, wenn du jedoch ausserhalb arbeitest, brauchst du eine für Räumlichkeiten.
Sachversicherung
Eine Sachversicherung ist dann sinnvoll, wenn du Sachen hast, deren Wertverlust dich finanziell belasten würden. Einen PC/Laptop, Bildschirm und/oder Drucker können mit geringem Budget wiederbeschafft werden. Da würde ich persönlich darauf verzichten. Wenn du aber Werkzeug, Maschinen, Anlagen oder mehrere PCs und Bürogeräte besitzt, deren Wiederbeschaffung schnell mal mehrere Tausend kosten, ist eine Sachversicherung sinnvoll.
Pensionskasse
Für die Rente vorzusorgen finde ich einen wichtigen Punkt. Währende es für Angestellte Pflicht ist, in die Pensionskasse einzuzahlen, sind Selbstständige selbst dafür verantwortlich, für ihre Altersvorsorge zu sorgen, was häufig etwas vernachlässigt wird. Da eine Einzahlung in die “normale” Pensionskasse limitiert ist, empfehle ich eine zusätzliche Lösung wie langfristige Anlagen in Fonds.
Unfall
Je nach Tätigkeit ist eine Unfallversicherung sinnvoll. Es gibt hier mehrere Möglichkeiten.
Krankenkasse: Du kannst bei deiner Krankenkasse eine Unfallversicherung abschliessen. Dadurch sind die Heilungskosten abgedeckt. Jedoch ist ein Lohnausfall nicht abgedeckt. Da ich in den meisten Fällen weiter arbeiten kann (Ausnahme sind Koma, beide Arme gebrochen oder gelähmt) habe ich mich für diese Lösung entschieden. Zusätzlich lege ich Geld auf die Seite, damit ein allfälliger Ausfall doch für einen bestimmten Zeitraum abgedeckt wäre.
Versicherungsgesellschaft: Bei Versicherungen kannst du einen Lohnausfall bei Unfall abdecken. Diese Lösung ist vor allem für Handwerker sinnvoll, da bei ihnen das Risiko für einen Lohnausfall deutlich höher ist.
Krankentaggeld
Krankentaggeld… ist eine reine Risikoversicherung (wie die Krankenkasse). Wenn du eine Krankentaggeldversicherung bei Krankenkassen abschliesst, musst du zuerst belegen, dass du Gesund bist. Das heisst, du musst zum Arzt und dann von ihm bescheinigen lassen, dass du gesund bist. Dann durchläufst du einen Aufnahmeprozess. Je nach Risikogruppe kannst du auch abgelehnt werden.
Du kannst ein Krankentaggeldversicherung auch bei Versicherungsgesellschaften abschliessen.
Jedoch sind in beiden Fällen die Prämien nicht ganz ohne. Hier musst du selbst abwägen, ob für dich eine Krankentaggeldversicherung sinnvoll ist oder nicht. Denn diese deckt lediglich mögliche Lohnausfälle auf Grund von Krankheit ab. Das Risiko bei Dienstleistern wie Handwerker ist auch hier höher einzustufen, da ein Lohnausfall schneller eintritt.
Ich persönlich habe mich dagegen entschieden. Erstens wegen den hohen Beiträgen, die man regelmässig einzahlt aber wenn du die Versicherung nicht in Anspruch nimmst, bekommst du das Geld nie wieder. Zweitens habe ich eine Risiko Einschätzung gemacht. Das Risiko, dass ich wirklich so krank werde, dass ich über einen längeren Zeitraum nicht mehr Arbeiten kann, ist sehr, sehr gering. Daher lege ich mir lieber jeden Monat einen Betrag auf die Seite. Wenn ich das Geld dann nicht brauche, habe ich es wenigsten nicht verloren und kann es anderweitig einsetzen.
